Debian-Live auf USB-Stick

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Erstellen eines Multiboot-USB-Sticks für verschiedene Live-ISOs.

Die Basis bildet ein bootfähiger USB-Stick mit Grub 2 und einer Größe ab 2 GB. Dieser kann wie folgt vorbereitet werden:

Den Stick bootfähig machen

install-siduction-to-usb

Nutzer von siduction können einen solchen besonders leicht erstellen. Man benutzt dazu einfach die siduction-Bordmittel.


Achtung! Bei ext2 ist im Moment bei Verwendung von persist diese Vorgehensweise erforderlich.


System --> install-siduction-to-usb

Danach ist der Stick bootfähig, mit einem siduction versehen und sehr leicht zu erweitern. Nächster Schritt: "Andere Systeme hinzufügen"

Alternativ dazu kann Grub auch über die Kommandozeile installiert werden.

Mit der Kommandozeile

Mit einem Partitionseditor auf dem Stick eine Partition vfat oder ext2


Einen sinnvollen Namen vergeben (z.B. die Partition auf einem roten Stick mit 8GB heißt dann "rot-8g". Das hilft dann beim nächsten Schritt. Als root mit

blkid

die richtige Bezeichnung /dev/sdb, /dev/sdc, ... ermitteln. Angenommen, der Stick "rot-8g" ist unter /dev/sdb zu finden, dann werden die folgenden Anweisungen nacheinander im Terminal ausgeführt.

DEVICE=/dev/sdb
USB_LABEL="rot-8g"
mkdir /media/$USB_LABEL
mount ${DEVICE}1 /media/$USB_LABEL
grub-install --no-floppy --root-directory=/media/$USB_LABEL ${DEVICE}

Der Grub-Installer meldet dann (hoffentlich) Erfolg.

Zum Abschluss muss noch die Datei /boot/grub/grub.cfg erstellt werden.

if loadfont /boot/grub/unicode.pf2 ; then
 set gfxmode="640x480"
 insmod gfxterm
 insmod vbe
 terminal_output gfxterm
 if terminal_output gfxterm; then true ; else
    terminal gfxterm
 fi
fi

#Hier folgt der erste Menüeintrag
menuentry "siduction-kde" {
loopback loop /boot/iso/siduction.iso
linux (loop)/boot/vmlinuz0.amd fromiso=/boot/iso/siduction.iso boot=fll noeject quiet debug=fll lang=de
initrd (loop)/boot/initrd0.amd
}


Andere Systeme hinzufügen

Um weitere Systeme auf den Stick zu bringen, müssen die entsprechenden ISOs gespeichert, und die grub.cfg erweitert werden. Als Speicherort bietet sich ein Verzeichnis /boot/iso an. Die Namen der ISOs können nach dem Download so gewählt werden, dass neuere Versionen ohne Änderungen der grub.cfg austauschbar sind. Also z.B. "siduction-lxde.iso" oder "siduction-kde.iso".

Einträge für die grub-cfg

Verschiedene Distributionen benötigen eigene Bootparameter. Für die jeweiligen Gruppen ist hier je ein Beispiel angegeben. Gibt es von einer Distribution mehrere Varianten (KDE, xfce, ...) muss nur das richtige ISO angegeben werden.

Als Beispiel den Bereich "siduction" einmal ausführlich. Nicht gewünschte Blöcke können mit # kommentiert, oder auch einfach gelöscht werden.

siduction 64 Bit

menuentry "siduction-kde 64" {
loopback loop /boot/iso/siduction-kde-64.iso
linux (loop)/boot/vmlinuz0.amd fromiso=/boot/iso/siduction-kde-64.iso boot=fll noeject quiet debug=fll lang=de
initrd (loop)/boot/initrd0.amd
}
menuentry "siduction-lxde 64" {
loopback loop /boot/iso/siduction-lxde-64.iso
linux (loop)/boot/vmlinuz0.amd fromiso=/boot/iso/siduction-lxde-64.iso boot=fll noeject quiet debug=fll lang=de
initrd (loop)/boot/initrd0.amd
}

siduction 32 Bit

menuentry "siduction-kde 32" {
loopback loop /boot/iso/siduction-kde-32.iso
linux (loop)/boot/vmlinuz0.i386 fromiso=/boot/iso/siduction-kde-32.iso boot=fll noeject quiet debug=fll lang=de
initrd (loop)/boot/initrd0.686
}
menuentry "siduction-lxde 32" {
loopback loop /boot/iso/siduction-lxde-32.iso
linux (loop)/boot/vmlinuz0.i386 fromiso=/boot/iso/siduction-lxde-32.iso boot=fll noeject quiet debug=fll lang=de
initrd (loop)/boot/initrd0.686
}
menuentry "siduction-xfce 32" {
loopback loop /boot/iso/siduction-xfce-32.iso
linux (loop)/boot/vmlinuz0.i386 fromiso=/boot/iso/siduction-xfce-32.iso boot=fll noeject quiet debug=fll lang=de noapic
initrd (loop)/boot/initrd0.686
}

Debian-Live

Bei dieser Distribution ist es erforderlich, den Ordner "live" aus dem ISO zu entpacken und z.B. als /boot/iso/live zu speichern.

#aus dem iso das Verzeichnis "live" entpacken nach /boot/iso/live
menuentry "Debian-live" {
linux /boot/iso/live/vmlinuz rootfstype=vfat boot=live config live-media-path=/boot/iso/live locale=de_DE bootkbd=de console-setup/layoutcode=de console- setup/variantcode=nodeadkeys quiet splash --
initrd /boot/iso/live/initrd.img
}

Auch GParted-Live ist eine auf Debian-Live basierende Distribution, die mit obigem Eintrag gestartet werden kann. Wenn man den Namen des entpackten Ordners entsprechend variiert, z.B. live_$DISTRO, können auch mehrere Debian-Live-Derivate auf dem Stick nebeneinander friedlich koexistieren.

Linux Mint Debian

Auch hier wird das ISO in ein Verzeichnis entpackt. Z.B. "Linux Mint Debian xfce 32 Bit" nach /boot/iso/lmdex32.

#iso entpacken nach /boot/iso/lmdex32
menuentry "Linux Mint Debian xfce 32 (LMDEx)" {
linux /boot/iso/lmdex32/casper/vmlinuz rootfstype=vfat boot=live live-media-path=/boot/iso/lmdex32/casper locale=de_DE bootkbd=de console-setup/layoutcode=de console-setup/variantcode=nodeadkeys quiet splash --
initrd /boot/iso/lmdex32/casper/initrd.lz
}


Ubuntu und LinuxMint in den verschiedenen Ausführungen (KDE, xfce, LXDE, ...

menuentry "Linux Mint" {
loopback loop /boot/iso/linuxmint.iso
linux (loop)/casper/vmlinuz boot=casper iso-scan/filename=/boot/iso/linuxmint.iso locale=de_DE bootkbd=de console-setup/layoutcode=de console-setup/variantcode=nodeadkeys noeject noprompt --
initrd (loop)/casper/initrd.lz
}

Dieser Booteintrag muss für Bodhi-Linux leicht verändert werden, da Bodhi zwar auf Ubuntu basiert aber die initrd anders benennt. Die letzte Zeile lautet dann für Bodhi:

initrd (loop)/casper/initrd.gz

Parted Magic

Parted Magic braucht, nach diesem Beitrag im Forum, eine kleine Spezialbehandlung: (Danke bevo und raschu)

As of Parted Magic version 5.3 the USB zip has been discontinued. We only support UNetbootin as the method for booting Parted Magic from a USB stick. 

Wenn man pmagic trotzdem weiter auf einem Multiboot-USB-Stick nutzen will, dann kann man analog zur Debian-Live Methode vorgehen. Ich habe es einmal mit dem pmagic_2011_12_30.iso probiert.

Aus dem ISO den Ordner pmagic in das Wurzelverzeichnis des Sticks entpacken. (Er muss wohl nach "/", denn sonst wird die Datei pmagic_2011_12_30.SQFS nicht gefunden).

Im ISO findet man in der Datei syslinux.cfg die Parameter für den Aufruf. Daraus ergibt sich dann folgender Eintrag für die grub.cfg:

   #aus dem iso das Verzeichnis "pmagic" in das Wurzelverzeichnis entpacken (also /pmagic)
   menuentry "Parted Magic" {
   linux /pmagic/bzImage edd=off load_ramdisk=1 prompt_ramdisk=0 rw loglevel=9 max_loop=256 vmalloc=256MiB keymap=de-latin1 de_DE
   initrd /pmagic/initrd.img
   }

Links und Quellen

Eine gute Anleitung findet man bei [1]