Zugriffsrechte auf eine FAT-Partition konfigurieren

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Beispielsszenario

Wir haben eine ehemalige Recovery-Partiton in das Dateisystem FAT32 konvertiert, um Dateien zwischen sidux und dem nebenher installierten Windows austauschen zu können. Wenn wir versuchen, die Partition namens "winlin" im Konqueror zu öffnen, schreibt der: "Permissions denied". Als root kann man winlin immerhin mounten, aber auch hier lässt sich winlin nicht beschreiben. Der Rechner kennt die Partition als /dev/sda5.

Lösung: Eintragen der Partition samt Mountoptionen in die fstab und setzen der Zugriffsrechte mittels chmod.

UIID ermitteln

Erst mal die UUID* ermitteln:

# ls -l /dev/disk/by-uuid

Das Ergebnis wird ungefähr so wie hier aussehen:

insgesamt 0
lrwxrwxrwx 1 root root 10 15. Feb 15:21 1c2bff4a-49b6-4110-a000-593c9417030b -> ../../sda4
lrwxrwxrwx 1 root root 10 15. Feb 15:21 36B03F7EB03F4421 -> ../../sda2
lrwxrwxrwx 1 root root 10 15. Feb 15:21 B477-E203-> ../../sda5
lrwxrwxrwx 1 root root 10 15. Feb 15:21 DA04AC5B04AC3BFF -> ../../sda3

Demnach hat unsere Neupartition die UUID B477-E203. Die brauchen wir für unsere Eintragung in /etc/fstab, welche wir mit einem Editor wie Leafpad oder Kwrite als Root öffnen. In der Konsole ist hierfür vim zuständig.

fstab anpassen

<filesystem>                                <mount point>    <fstype>    <mount options>                                                                               <dump> <pass>
/dev/disk/by-uuid/B477-E203       /media/winlin          vfat          auto,users,rw,exec,uid=1000,gid=100,umask=000,iocharset=utf8      0           0

Um den (selbst gewählten) Mountpoint nutzen zu können, muss er erst mal angelegt werden. Das läuft über:

# mkdir /media/winlin

Universally Unique Identifier

Linux interessiert sich erst einmal nicht für neu angelegte Partitionen, denn sie stehen nicht in der Liste der anzuhängenden Datenträger, der fstab. Auch wird die fstab von den Linux-Programmen nicht beschrieben, sondern nur gelesen. Deshalb ist für die Pflege dieser Datei Root zuständig, was heißt, dass er sie auf dem neuesten Stand halten muss, so auch bei neuen Datenträgern/Partitionen. (Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Regelmäßige Aktualisierung, z. B. wöchentlich, ist überflüssig. Es genügt, die fstab an mounttechnisch wichtige Änderungen an den Festplatten des Rechners anzupassen.)

Um die neue Partition eindeutig in die fstab eintragen zu können, benötigt man die Nummer, die Linux jedem Datenträger automatisch zuteilt: die Universally Unique Identifier, kurz UUID. Die sorgt dafür, dass Linux die Festplatten/Partitionen des Systems auseinander halten und für jede Festplatte eigene Einstellungen definieren und sie auch anschließend anwenden kann.

Mountoptionen:

  • auto = Linux hängt die Partition automatisch bei jedem Rechnerstart ein, sodass man anschließend gleich damit loslegen kann.
  • users = ermöglicht es einfachen Benutzern, auf die Partition zuzugreifen
  • rw = schaltet den Lese- und Schreibzugriff ein
  • exec = ermöglicht es jedem, auf dem Datenträger enthaltene Dateien wie Skripte oder Programme auszuführen
  • uid = ist die Benutzernummer desjenigen Users, der die Besitzrechte des Datenträgers erhalten soll
  • gid = ist die Benutzernummer derjenigen Gruppe, die die Besitzrechte des Datenträgers erhalten soll. Meist ist der angegebene User Mitglied dieser Gruppe.
  • umask = regelt die Lese- und Schreibrechte auf diesen Datenträger, wobei die Zahlwerte in Bezug auf den in chmod definierten "umgekehrt" eingetragen werden. Soll heißen: 7 wird zu 0, 0 wird zu 7, bei den anderen Ziffern läuft es ähnlich ab.
    In der Syntax steht die erste Ziffer für den User, die zweite für die Gruppe und die dritte für den Rest. Hier die Bedeutung der Ziffern, die chmod verwendet:
0 keine Rechte
1 Ausführrecht
2 Schreibrecht
3
4 Leserecht
5 Lese- und Ausführrecht
6
7 alle Rechte
  • iocharset = gibt den Zeichensatz an, der verwendet werden soll. utf-8 hat die wenigsten Probleme mit Umlauten.